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US Häfen – Aktuelle Herausforderungen und Auswirkungen

US-Häfen sind zunehmend überlastet. Gründe hierfür sind gestiegene Transportvolumina und erhöhter Containerverkehr, größere Containerschiffe, ineffizienter Landtransport und fehlende Hinterlandanbindung, komplexe Zollabfertigung, fehlende Wachstumsflächen für Häfen, Wetter, individuelle Problemstellungen und Equipmentmangel. Diese Verzögerungen haben massive Auswirkungen auf die Lieferzeiten, verursachen höhere Kosten für die Verlader und führen dazu, dass Transporte schlechter einzuschätzen und weniger zuverlässig sind. Häfen werden zunehmend zum Nadelöhr und die Bedeutung von schneller Be- und Entladung und des zügigen Weitertransportes von Containern wird weiter wachsen.

Vor diesem Hintergrund hat eine Koalition von Verladern die Federal Maritime Commission (FMC) gebeten, eine detaillierte Studie über Demurrage- und Detention-Praktiken durchzuführen. Durch die Auswirkungen auf den ein- und ausgehenden Umschlag sind Fehlplanungen, Standzeiten und Verzögerungen im Containerhandling und die damit verbundenen Kosten auf ein noch nie dagewesenes Niveau gestiegen. Diese negativen Auswirkungen zeigten sich insbesondere bei Importen, da die Gütermengen zur Vermeidung der erwarteten Zölle sprunghaft und temporär gestiegen sind. Für Terminals und die Hafenwirtschaft, die bereits an der Kapazitätsgrenze arbeiten, bedeutet dies, dass Volumina nicht ohne Verzögerungen abgefertigt werden können. Dies hat Auswirkungen auf die gesamte Supply Chain.

Mit „Demurrage“ werden Gebühren und Lagergelder bezeichnet, die für die Lagerung beladener Container innerhalb des Hafengeländes anfallen und so einen Anreiz schaffen sollen, den Container nicht länger als nötig auf dem Yard des Terminals stehen zu lassen. „Detention“ sind Gebühren, die für die Lagerung beladener oder entladener Container außerhalb des Terminals erhoben werden. Diese „Containermiete“ zielt darauf ab, Leerequipment rechtzeitig für die erneute Verladung zu erhalten. Für beide gilt, wenn die vereinbarte Free Time überschritten wird, fallen diese Gebühren an.

Mit dem Hauptziel, die Produktivität von US-Häfen zu verbessern, untersuchte die FMC die Prozesse von Reedereien, privaten und öffentlichen Hafenbetreibern, Terminaldienstleistern, Transportunternehmen für Kurz- und Langstrecken, Anwälten für Seerecht und von einer Vielzahl von Importeuren und Exporteuren. Untersucht wurden insbesondere die betriebliche Effizienz, der Verwaltungsaufwand und die Kommunikation zwischen den Akteuren zur Erarbeitung von Hilfsmaßnahmen.

Die wichtigsten Ergebnisse der FMC-Studie

Robert Maidman hat die wichtigsten Ergebnisse im Folgenden zusammengefasst.

Bei richtiger Anwendung veranlassen Demurrage- und Detention-Gebühren die Transportakteure dazu, den Ladungsverkehr und die Abfertigung zu beschleunigen und dafür zu sorgen, dass die Hafenanlagen ihren Transitstatus behalten und nicht zu temporären Lagerstandorten werden. Alle Akteure und internationale Supply Chain Segmente profitieren so von einer verbesserten Produktivität und besseren Planbarkeit des gesamten Transportes.

In ihrer Rolle als Aufsichtsbehörde schlug die FMC vor, dass die US-amerikanischen maritimen Interessengruppen zusammenarbeiten, um standardisierte Branchenkriterien mit transparenten, präzise definierten Regeln, vereinfachte Abrechnungsverfahren und klare Beweisführungsprozesse bei Streitigkeiten zu entwickeln. Darüber hinaus sollte der Austausch zwischen allen Beteiligten über Kapazitätspotentiale gefördert werden. Zusätzlich soll ein branchenübergreifender nationaler Stakeholder-Beirat unter Einbeziehung aller Akteure etabliert werden.

Demurrage- und Detention-Gebühren sind frei verhandelbar, sie werden aber in individuellen Verträgen zwischen Hafenbetreibern, Terminaldienstleistern und Reedereien festgelegt. Die Kostenkontrolle hängt von den spezifischen Gegebenheiten der jeweiligen Häfen ab. In Spitzenzeiten, wie sie heute insbesondere in den Häfen der US-Westküste vorkommen, können diese versteckten Gebühren schnell zu einem Kostentreiber werden, da Importeure versuchen möglichst viel Ladung zur selben Zeit zur Vermeidung von Strafzöllen einzuführen.

Lesen Sie den FMC-Bericht hier

Die Seefrachtexperten von TIM CONSULT sind nahe am Markt und beobachten die Entwicklung in den US-Häfen. Dieses Wissen geben wir gerne an Sie weiter und informieren Sie über die Branche, Dienstleister, Häfen und Vor- und Nachläufe.

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