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Einblicke in die Asien Update Conferences Global Ocean & Air Freight

Am 28. Juli und 4. August traf sich unsere MII Community mit anderen interessierten Verladern aus der ganzen Welt zu unseren Asia Online Update Conferences über globale See- und Luftfracht.

Unsere erste Asien-Konferenz zur globalen Seefracht, die wir letztes Jahr zusammen mit Transporeon Singapur organisiert hatten, stieß auf großen Zuspruch. Wir hatten daher beschlossen, in Zukunft regelmäßig zu Gemeinschaftsveranstaltungen einzuladen.

Dieses Jahr traf sich die an Asien interessierte Community wegen der Coronavirus-Risiken online.

Die fast 110 Teilnehmer der Global Air Cargo Conference und mehr als 90 Teilnehmer der Global Ocean Transport erhielten Einblicke in die asiatischen Luft- und Seefrachtmärkte.

Wir haben Christoph Bruns, Manager von MII Global Air Cargo, und Clemens Schapeler, Manager von MII Global Ocean Transport, zu den diesjährigen Asien-Konferenzen befragt. Das Interview finden Sie nachfolgend.

 

Letztes Jahr haben Sie Ihre erste Asia Update Conference für den globalen Seetransport durchgeführt. Was hat Sie veranlasst, dieses Jahr eine zusätzliche Konferenz für globale Luftfracht anzubieten?

Clemens Schapeler: Da es letztes Jahr unsere erste Asien-Konferenz und unsere erste Zusammenarbeit mit Transporeon Singapur war, wollten wir klein anfangen. Die Konferenz war ein großer Erfolg und die Zusammenarbeit mit unseren Kollegen mehr als perfekt. Da war es für uns die logische Konsequenz, dieses Jahr auf den Luftfrachtmarkt auszuweiten.

Christoph Bruns: Dank unserer Kollegen von Transporeon Singapur sind wir nahe am Markt und können mit unseren Konferenzen viele Verlader in Asien und Europa erreichen. Asien ist neben den USA ein wichtiger Markt für Verlader in aller Welt und einer der Schlüsselmärkte im Luftfrachtsektor. Da es unser Ziel ist, die Verlader so gut wie möglich über aktuelle Marktentwicklungen zu informieren, erscheint uns dieses Format logisch.

 

In Zeiten von Corona sind Konferenzen eine echte Herausforderung. Wie gehen Sie damit um?

Clemens Schapeler: Ganz einfach, wir treffen uns online. Ursprünglich war unsere Asien Update Conference für Februar in Singapur geplant. Wir haben sie wegen der Coronavirus-Risiken abgesagt. Seitdem haben wir alle unsere Konferenzen online durchgeführt. Wir sind es also mittlerweile gewohnt.

Christoph Bruns: Der fachliche Inhalt ist für unsere Teilnehmer gewohnt gehaltvoll. Trotzdem fehlt ihnen der intensive Austausch untereinander – ein echter Mehrwert unserer Konferenzen. Wir hoffen daher, dass wir uns nächstes Jahr wieder in Singapur zu den Asia Update Conferences treffen.

 

Für Ihre Konferenzen haben Sie aktuelle Entwicklungen und Einflussfaktoren beobachtet und analysiert. Was beeinflusst den asiatischen Luft- und Seefrachtmarkt derzeit am stärksten?

Christoph Bruns: Der Luftfahrtsektor ist aufgrund der Angebots- und Nachfragesituation am stärksten betroffen. Reiseverbote und Lockdowns haben zu der Stornierung von Passagierflügen geführt. Diese stellen in der Regel einen hohen Anteil der Transportkapazitäten für Luftfracht, insbesondere in Asien. Sie wurden durch Frachtflugzeuge ersetzt oder Passagierflugzeuge wurden zu Frachtern umgerüstet. Auf der einen Seite schrumpften die Kapazitäten, auf der anderen Seite erreichte die kurzfristige Nachfrage nach PSA und anderen Gütern ihren Höhepunkt. Eine schwierige Situation!

Clemens Schapeler:  Der Seefrachtmarkt ist derzeit durch ein sehr komplexes Mosaik von zahlreichen Einflussfaktoren geprägt. Der China – US-Handelskonflikt, Produktionsverlagerungen nach Vietnam, die Lockdowns vor allem in Indien oder die afrikanische Schweinegrippe und der daraus resultierende Boom der Fleischimporte nach China halten den Markt derzeit auf Trapp. Es scheint auch, dass derzeit die US-Zölle den Markt mehr beunruhigen als Covid 19.

 

Seit Anfang des Jahres wird die Transportwelt durch das Coronavirus auf den Kopf gestellt. Wie schätzen Sie derzeit die Auswirkungen ein?

Christoph Bruns: Die Luftfrachtwelt befindet sich nach wie vor in der Krise. Die Fluggesellschaften sind direkt von Regierungsentscheidungen wie Reiseverboten oder Lockdowns betroffen. Darüber hinaus hat die Nachfrage nach Passagierreisen einen entscheidenden Einfluss auf die Situation. Solange der Passagierverkehr nicht wiederbelebt wird, wird der asiatische Luftfrachtmarkt weiter zu kämpfen haben.

Clemens Schapeler: Auf dem Seefrachtmarkt ist die Situation nach wie vor besorgniserregend, aber weniger dramatisch als bei der Luftfracht. Es hat keine Auswirkungen gegeben, die mit dem Verlust der Belly Capacity der Passagierflotte vergleichbar wären. Die Seefracht ist in erster Linie von Nachfrageeinbrüchen und stornierten Abfahrten als Reaktion der Reedereien betroffen.

 

Was empfehlen Sie global operierenden Verladern?

Christoph Bruns: Wir können keine allgemein gültigen Empfehlungen abgeben. Dafür sind die Unterschiede zwischen Regionen oder auch Korridoren einfach zu groß. Ein Vorteil in Asien kann ein Nachteil in anderen Regionen der Welt sein. Wir empfehlen Verladern, ihr Unternehmen und ihre Anforderungen genauestens zu evaluieren und konstruktiv mit ihren Logistikdienstleistern zusammenzuarbeiten. Angesichts der Coronavirus-Herausforderungen ist es für Verlader noch wichtiger geworden, den richtigen Ansatz für ihre individuellen Supply Chains und ihre Organisation zu suchen. Es lohnt sich, auch bei z.B. der Auswahl von Dienstleistern, Flughäfen und Korridoren genau auf die unternehmensspezifischen Anforderungen zu achten.

Clemens Schapeler: Wir empfehlen unseren Kunden, die Situation regelmäßig neu zu bewerten. Sie sollten dann entscheiden, ob Maßnahmen, die als Reaktion auf Covid 19 ergriffen wurden, noch optimal funktionieren oder ob Anpassungen notwendig sind. Wir empfehlen ihnen vor allem, bei Zuschlägen immer wieder zu prüfen, ob sie gerechtfertigt sind.

 

Gibt es konkrete Pläne für die nächsten Asien-Update-Konferenzen?

Clemens Schapeler: Unsere Teilnehmer haben auch dieses Jahr wieder großes Interesse an unserer gemeinsamen Veranstaltung gezeigt. Über diese positive Resonanz freuen wir uns natürlich sehr. Sie motiviert uns auf jeden Fall, an diesem Format festzuhalten.

Christoph Bruns: Ein konkretes Datum können wir derzeit nicht nennen. Wir verfolgen die Entwicklung des Coronavirus weiter und werden rechtzeitig entscheiden, was zu tun ist.

 

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