X

Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie dem zu. Dies können Sie in Ihren Browsereinstellungen ändern. » Datenschutz

Annual Conference der MII Europe Road & Rail

Am 4. März 2020 traf sich die Community der Market Intelligence Initiative Europe Road & Rail zu ihrer jährlichen Annual Conference. Ungewöhnliche Zeiten verlangen ungewöhnliche Maßnahmen. Ursprünglich waren zwei Tage Konferenz in Brüssel geplant. Aufgrund der Coronavirus-Krise wurde die Veranstaltung dann kurzerhand auf einen Tag gekürzt und ins Web verlegt.

So wurden die Mitglieder der MII Europe Road & Rail Community wie üblich und zum gewohnten Zeitpunkt über die Ergebnisse der letzten Benchmarking-Runde informiert und erhielten top-aktuellen Input zu Markttrends, Ratenentwicklungen und Kostenfaktoren.

Im Folgenden gewährt uns Christian Dolderer, Manager der MII Europe Road & Rail, Einblick in die Arbeit seiner Initiative.

 

Herr Dolderer, Sie führen die MII Europe Road & Rail. Können Sie uns in ein paar Sätzen Ihre Initiative beschreiben?

Die MII Europe Road & Rail bietet seit 1999 valides Benchmarking zu Frachtraten und Servicegrößen für den europäischen Landverkehr. Mit mehr als 89.000 Transportstrecken und fast 8.000 verschiedenen Transportmikromärkten erreichen wir eine detaillierte Abdeckung, die die regionale Situation von Kapazität und Nachfrage abbildet.

Unsere Mitglieder sind Logistik- und Supply Chain Entscheider aus den Branchen Automobil, Konsumgüter, Papier, Baumaterialen, Chemie und Stahl. Für die Analyse ihrer Frachtdaten haben wir eine eigene Methodik entwickelt, die eine hohe Vergleichbarkeit und Zuverlässigkeit gewährleistet. Unsere Mitglieder nutzen die Ergebnisse nicht nur für den taktischen Frachteinkauf, sondern im besonderen auch um Strategien und Prozesse intelligent nachzuschärfen oder zu verändern, falls dies nötig wird.

 

Was antworten Sie einem Verlader, der nach den Vorteilen einer Mitgliedschaft in Ihrer Initiative fragt?

Der Großteil der Frachtbudgets europäischer und internationaler Verlader entfällt auch heute noch auf den Landverkehr. Der Frachtmarkt ist von Intransparenz, unbekannten Teilmärkten und komplizierten Ausschreibungsprozessen geprägt. Hier strategisch die richtigen Entscheidungen zu treffen ist eine große Herausforderung.

Wir sind für unsere Mitglieder jederzeit nah am Markt, beobachten neben den Frachtraten- und Kapazitätsentwicklungen, äußere Einflussfaktoren, Marktveränderungen und neue Trends. Diese Ergebnisse stellen wir unseren Mitgliedern in Form von regelmäßigen Market Radars, individuellen Analysen und persönlichen Beratungen zur Verfügung. Ein wichtiges Instrument unserer MII-Arbeit sind darüber hinaus unsere Fachkonferenzen. Auf den Update Conferences liefern wir einen aktuellen Marktüberblick und stimmen auf die nächste Benchmarking-Runde ein. Auf den Annual Conferences präsentieren wir die Ergebnisse unserer Analysen, bieten Fachvorträge renommierter Experten und vor allem einen intensiven Fachaustausch mit allen Beteiligten. Unsere Mitglieder sind damit den Marktentwicklungen immer einen guten Schritt voraus und wissen, ob sie in Bezug auf Frachtraten und Service wettbewerbsfähig sind.

 

Wir haben in unserem letzten Newsletter über das ungewöhnliche Format der Annual Conference im März berichtet. Wie ist die Veranstaltung aus Ihrer Sicht gelaufen?

Im Februar hatte unser Management entschieden, die zwei-tägige Konferenz in Brüssel aufgrund der Gesundheitsrisiken für Teilnehmer und Team abzusagen. Zusammen mit meinem Team habe ich daraufhin in kürzester Zeit eine Online-Variante auf die Beine gestellt. So konnten wir unseren Mitgliedern die für ihre Arbeit enorm wichtigen Ergebnisse der Benchmarking-Runde präsentieren und ihre Fragen beantworten. Wir haben außerdem, wie jedes Jahr, aktuelle Marktentwicklungen und Prognosen präsentiert.  Das lief vor allem angesichts der kurzen Vorbereitungszeit erstaunlich gut. Alle Beteiligten waren sich dennoch einig, dass der interaktive Austausch und das intensive Netzwerken untereinander und natürlich die Fachbeiträge externer Experten gefehlt haben. Auch das sind wichtige Bestandteile unserer Annual Conferences.

 

Sie haben aktuelle Marktentwicklungen und Prognosen angesprochen. Können Sie uns einen kurzen Einblick geben?

Unsere Analysen konzentrieren sich hauptsächlich auf vier Faktoren: Kostentreiber, Nachfrage, Kapazitäten und rechtliche Rahmenbedingungen.

Ein maßgeblicher Kostentreiber ist der Dieselpreis. Der zeigte sich im letzten Jahr in Europa sehr stabil, mit einem durchschnittlichen Anstieg von 2% im Vergleich zu 2018. Die Frachtraten sind im gleichen Zeitraum mit durchschnittlich 3,2% gestiegen. Gründe hierfür waren weniger der Dieselpreis, sondern vor allem höhere Lohnkosten und Mautgebühren.

Unserer Ansicht nach wäre die Transportnachfrage durch externe Faktoren wie Handelskonflikte, Brexit und geopolitische Krisen bis 2021 nur minimal gestiegen. Aufgrund der Coronaviruskrise wird nun voraussichtlich Ende 2020 ein deutliches Minus bei der annualisierten Nachfrage stehen. Einen möglicherweise eintretenden Aufholeffekt auf der Nachfrageseite können wir zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht wirklich einschätzen. Eine verminderte Nachfrage führt in logischer Konsequenz zu höheren Kapazitäten auf dem Markt.

Die geplante CO2-Steuer zählt sicherlich zu den externen Faktoren, die einen direkten Einfluss auf die operativen Kosten der Transportdienstleister haben werden. Auch geplante Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland sowie das Mitte Januar verabschiedete erste EU-Mobility Paket wird den europäischen Straßenverkehrssektor verändern.

Wir werden diese Entwicklungen für unsere Community Mitglieder intensiv beobachten und die möglichen Folgen bzw. auch Änderungen bedingt durch das Coronavirus analysieren. Das macht unsere MII-Arbeit aus.

 

Konferenzen sind angesichts der Coronavirus-Risiken ein heikles Thema. Haben Sie schon einen Termin für die jährliche Update Conference?

Wir veranstalten unsere Update Conference in der Regel im September. Im Moment wissen wir natürlich nicht, ob wir diese wie gewohnt realisieren können, werden aber in jedem Fall eine angemessene Lösung anbieten. Zu den Update Conferences laden wir neben den Community Mitgliedern auch andere interessierte Verlader ein. Wir werden rechtzeitig über unsere Marketingkanäle über das Event informieren.